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IchDuErSieEsWirIhrSie

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Fundstück des Tages

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Wer is’n eigentlich dieser Wir?

So, Peer, das hast Du Dir ja schön ausgedacht. Oder wohl eher ausdenken lassen. Aber leider eben nur schön und nicht klug. Klug wäre aber besser gewesen. Möglicherweise sogar einzigartiger. Aber dafür hat es dann doch nicht gereicht. Da hat der kleine IQ (wessen auch immer) leider die 5-Prozent-Hürde gerade mal wieder nicht überwinden können. Doof, ne? Jetzt hampelst Du im Wahlkampf also mit einem Slogan herum, den vor Dir schon eine Zeitarbeitsfirma auf Ihre nicht vorhandenen Fahnen geschrieben hatte. Und soll ich Dir was verraten? Die Aktion Mensch ist irgendwie auch ganz nah an der Sache dran, ohne Dir dabei auf der Spur zu sein. Geschweige denn, dass Du auf ihrer wärst. Die sind nämlich schon einen Schritt weiter. Die versprechen nämlich schon seit Jahren, dass “das Wir gewinnt” – es entscheidet nicht nur, es gewinnt sogar. Und Du, Peer? Hm? Erntest Spott und Häme. Und während alle anderen, allen voran die Frau, die die Farbe Deiner Partei als Nachnamen trägt, unheimlich betroffen über so eine saublöde Dusseligkeit wären, polterst Du in gewohnt überheblich selbstgefälliger Manier einfach weiter drauf los. Immer schön mit dem hanseatischen Bollerkopp durch die Wand. In Deinem Falle tut das bestimmt auch gar nicht mal so weh. Denn wer immer nur potemkinsche Dörfer baut, muss ja nur gegen unaufrichtige Vordergründigkeiten anpreschen und sich nicht mit Substanz auseinandersetzen. Fassade ist eben nicht gleich Fassade.

Aber ich schweife ab. Eigentlich drängt sich mir nämlich schon seit Bekanntwerden Deines Supercoups eine ganz andere Frage auf. Jedenfalls dann, wenn ich von der Frage nach Deiner Glaubwürdigkeit (weißte, echt… In welcher Relation stehen Deine Vortragshonorare eigentlich zum von Dir geforderten Mindestlohn, lieber genossener Genosse??) mal absehe. Es drängt sich die Frage nach dem Wir auf. Wer is’n das eigentlich? Ich habe da ja so meine Vermutung. Wer das sein könnte. Oder wer es eben auch nicht sein könnte, auch wenn er es sein sollte. Es gibt ja so ein geschlechtsspezifisches Phänomen von einem Wir. Sehr häufig mit seinem besten Kumpel, dem Konjunktiv, unterwegs.

Ob im privaten oder im beruflichen Umfeld, ich begegne diesem Wir immer wieder und halte es bald schon für ein Besorgnis erregendes Krankheitsbild verheerenden sozialen Ausmaßes: die y-chromosomal-gekoppelte Pronominalschwäche: “Wir müssten nochmal den Müll raus bringen”. “Wir sollten mit dem Hund gehen”. “Wir könnten am Wochenende doch eigentlich die Gartenabfälle wegfahren”. “Wir müssten einkaufen.” “Wir müssten mal die Bügelwäsche weg bügeln” (was soll man mit Bügelwäsche auch sonst machen???). “Wir sollten zum Thema xyz eine Pressemitteilung aussenden”. “Wir könnten doch mal wieder die Homepage überarbeiten”. “Wir sollten uns mal wieder Gedanken über einen GEEIGNETEN Slogan machen”. “Wir sollten mal NICHT zur Wahl gehen”…

Das Entscheidende an diesem Wir ist: ES ENTSCHEIDET NICHT. Es vertagt, verlagert, verschiebt, verdrängt, vergisst und vertraut darauf, dass der – meist weibliche – andere Teil des Wirs es schon alles rechtzeitig erledigen und auf den Weg bringen wird. Dabei deligiert das Wir jedoch nicht. Es hält nur Zustände aus und Mitmenschen hin.

Und da wollte ich einfach mal kurz fragen, ob das das Wir ist, das Du meinst?

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Isses schon wieder so weit?

In Minga tobt schon wieder das Oktoberfest – die Wies’ngaudi – wie man wohl gern auch sagt. Und der Kini wäre vermutlich völlig aus dem Häuschen, oder besser wohl aus seinem Schlösschen, vor lauter Glück und Freude. Den Kini gibt’s aber nicht mehr, der ist schließlich irgendwann dann doch ins Wasser gegangen, weil er wusste, dass nur jener weise ist, der die Welt verlässt, bevor sie auf ihn verzichten kann.

Das Oktoberfest hingegen gibt es noch – und erschreckender Weise nicht nur in München. Auch nicht nur in Münchens Außenstellen, den diversen Brauhäusern, die sich auch jenseits des Weißwurstäquators über die Republik verteilt angesiedelt haben. Mit dem Oktoberfest ist es bald wie mit Karneval (sagen Sie ruhig gern auch Fasching, Fas(t)nacht, oder sonst wie dazu): Es gibt kein Entkommen mehr.

Selbst der niedersächsischen Provinz bleibt diesbezüglich nichts erspart. Im Umkreis weniger Kilometer finden gleich mehrere bierselige Veranstaltungen unter blau-weißen Rautengirlanden (Himmel kann man hierzulande nämlich nicht in diesen Farben bieten und Grau in Grau ist für Girlanden nun einmal nicht schmuck genug) statt. Heerscharen “rescherer” Schülerinnen lassen sich in Dirndl schnüren und im Maßstemmen schulen, um dann vermutlich im entscheidenden Moment des Bestellungaufnehmens ein solides “Moin” über den Tisch zu rufen. Mädels, in diesem Falle wäre vermutlich ein “Servus” oder sowas in der Art geboten. Dann das Elend mit den Schürzenschleifen. Es verrät den armen Dingern ja niemand, dass diese in drei von vier Fällen entpsrechend des jeweiligen Familienstands zu knoten sind. Daher hier noch mal zum Mitschreiben und Verinnerlichen: Links gebunden = lediges Weibsbild. Rechts gebunden = schon unter die Haube gebrachtes Modell gleicher Sorte. Mittig gebunden (und seit dem Ende der 60er wohl immer seltener anzutreffen, es sei denn die muslimische Welt stellt von Chador auf Dirndl um) = Jungfräulein. Und hinten gebunden = Witwe oder Kellnerin. Im Festzelt vermutlich Kellnerin, daher vorsichtshalber von Beileidsbekundungen absehen. Es sei denn, es handelt sich eben um eines jener bemitleidenswerten niedersächsischen Geschöpfe, das sich zur Aufbesserung seines Taschengeldes dem Joch verzerrt interpretierten bayerischen Kulturguts unterwirft und zwischen Deichen und Leuchttürmen Hax’n und Brez’n serviert.

Den Gipfel der blau-weiß zu(g)gespitzten Kulturräuberei erreichte das kopierte Treiben unlängst, als Vertreter des Einzelhandels zum Oktoberfest luden und die – bis da noch – geneigte Kundschaft aufforderten, bayerische Tracht zu tragen. KEIN Bayer käme je auf die Idee, seine Kundschaft in Fischerhemd oder Altländer Tracht zum Krabbenpulen oder Äpfelpflücken in seinen Laden zu bitten.  Warum zur Hölle sollte ich mich also bei dieser Grabeskälte in ein Dirndl zwängen und vermeintliches Festbier trinken? Macht man so seine Kundschaft gefügig? Sind das die neuen Marketingtricks. Ausgefuchst, ich muss schon sagen.

A propos Vierbeiner: Nicht einmal sie bleiben von diesen pseudopanbajuvarischen Auswüchsen verschont. So bietet ein Hundefutterhersteller doch glatt das “Wiesn-Menü 2012″ an und verziert die dazugehörige Futterdose mit der Abbildung eines Lebkuchenherzens. Ich sage Ihnen: Mein Köter tat es dem Kini gleich und war völlig aus dem Häuschen. Seit Tagen schuhplattelt er in Krachledernen durchs Haus. Wenn er nicht gerade trampend am Straßenrand steht. Weil ich ihn dort angebunden habe. Destination München… Doch dazu ein anderes Mal.

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Strahlend schön!

Also, wissen Sie, manchmal kommt man ja nur mit Dingen in Berührung, weil ein äußerer Impuls es unausweichlich macht. So ging es mir zu Studienzeiten mit Hasen- und Taubenzüchter-, Teckel- und Schrebergartenvereinen. Hätte ich nicht als feste Freie für verschiedene Tageszeitungen geschrieben, wäre ich nie mit diesen Phänomenen gesellschaftlichen Lebens in Kontakt gekommen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Wendland. Hätte ich nicht einen Kundentermin in Sachsen-Anhalt gehabt, lebte ich in Stade nicht am infrastrukturellen Ende der Welt, gäbe es hier direkte Autobahnanbindungen – ich wäre doch niemals über Land gefahren! Schon gar nicht durch dieses. Diesen Landstrich, den man doch nur von Tagesschau-Bildern kennt: Castortransporte, aufgebrachte Bauern, eine alljährlich aufs Neue wild gewordene Claudia Roth, die sich auf irgendwelchen Urtypen von Träckern aufbaut, wie sich sonst andernorts nur die Pin-Ups auf hochmotorisierten Maschinen räkeln. (Frau Roth, Frau Roth, Sie haben da möglicherweise wirklich Potenzial…).

Von Bildern jedenfalls, die nicht gerade dazu einladen, sich freiwillig ins Wendland zu bewegen. Es sei denn, man wollte zu den jährlichen Aktionstagen seinen Beitrag am Schottern leisten und sich in zunehmend lächerlicher Manier auf Steuerzahlerkosten an Gleisen festketten (um sich später darüber zu mockieren, dass man leider mit seinem HartzIV-Satz nicht auskommt. Wie auch, wenn die dafür eigentlich vorgesehenen Solidarmittel in die verschiedenen Entfesselungsmaßnahmen investiert werden müssen?!).

Löst man sich von derlei bizarren Eindrücken, und hat man das Glück an einem milden Frühjahrstag (einem der wenigen hierzulande) durch die nach Dackelohren riechenden Rapsfelder zu reisen, entpuppt sich dieser so geschunden geltende Landstrich als die reinste Offenbarung. Wohin das Auge reicht reckt sich um diese Jahreszeit sattestest Gelb in den – muss man es in dieser Region gar wörtlich nehmen? – strahlend blauen Himmel. Die Straßen sind gesäumt von üppigen Fliederbüschen (und gelben Andreaskreuzen, die bisweilen mahnend den Blick auf diese so liebliche und wohlwollende Landschaft verstellen).

Weshalb man im Wendland Straßen gebaut hat, erschließt sich dem Reisenden nicht sofort, denn über Stunden bewegt man sich allein auf weiter Flur. Niemand hinter, noch vor einem. Machte man selbst mit dem eigenen Gefährt keinen Lärm, herrschte allumfassende Stille. Einzig zu hören, der laue Luftzug, der den Dackelohrengeruch der Rapsfelder heranweht.

Gemächlichkeit kommt einem in den Sinn. Bis der nächste Castor rollt und wieder alles hektisch wird.

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