Ach, weißte, Frau Schröder…

…was ist denn jetzt schon wieder los? Warum nun noch ein Buch? Warum mit diesem Titel? Weil Du Familien- und nicht Verteidigungsministerin geworden bist? Weil Du Dir weißmachen willst, Emanzipation sei geglückt? Wenn schon die des Gros der Frauen dieses Landes nur bedingt, dann doch wenigstens Deine? Schätzelein…wie gesagt: Du bist halt nur die Familienministerin geworden. Und im Gegensatz zu Deiner Vorgängerin bringst Du damit leider so gar nichts voran. Im Gegenteil, Du buchsierst unsere gesamte Gattung ins Aus. Sag’ doch mal nichts. Ach, so, hast Du ja schon. In Deinem Buch. Ein Buch musste es unbedingt sein. Von mir aus. Man muss es ja nicht zu Ende lesen; und um es emanzipatorisch zu formulieren: frau auch nicht. Das ist auch gut so. In der so gewonnenen Zeit kann die Spülmaschine ausgeräumt, die Bude gewischt und das Mittagessen gekocht werden. Oder am Schreibtisch ein Schwung Akten weggearbeitet werden. Von wem? Na, von Muddi. Dafür mäht Muddi aber auch nicht den Rasen, schleppt keine Wasserkästen, fällt keine Bäume und schlägt auch kein Kaminholz klein. Dafür gibt es schließlich Männer. Und auch wenn die einen im häuslichen Zusammenleben mit ihrer Interpretation von Ordnung und Sauberkeit mitunter auf die Palme bringen können, können sie einen von da ja auch wieder runterholen. Weil sie – wie eben gelernt – ja Bäume fällen können. Und Palmen sind auch nur Bäume.

Kristinchen, Kristinchen, bevor Du das nächste Mal ein Buch in den Ring der Öffentlichkeit wirfst, machst Du mal einen Abgleich mit der Realität. Dann kommst Du möglicherweise drauf, dass Männer mit dicken Bäuchen nicht schwanger, sondern allenfalls ein Lebensmittelfriedhof sind. Es gibt nun mal Dinge, die lassen sich nicht wegemanzipieren. Sicher, sicher, wir hadern schon auch damit, und ich kenne niemanden, der sich um Wehen und Streifen im Gewebe reißt, aber es muss ja nunmal gemacht werden.

Wenn Du das nächste Mal Zeit hast, besuchst Du uns oder unsere Freunde einfach mal und dann guckst Du Dir das mit der Emanzipation mal genauer an. Aber nicht erschrecken. Es könnte sein, dass unsere Männer mit den Kindern im Garten Fußball spielen, bei schlechtem Wetter schonmal die Sportschau gucken und bei gutem Fleisch auf dem Grill verkokeln und Bier für einen Sundowner halten, während wir Freude daran haben, Topflappen zu häkeln und Stickereien anzufertigen. Manchmal erwischen wir uns sogar dabei, einfach nur so einen Kuchen zu backen, oder den üblichen Pflichten wie Spülmaschine ausräumen, Wäsche aufhängen, Kinder zum Hockey fahren nachzukommen. Nicht böse sein, aber so läuft’s nunmal.

Was immer Du während Deiner Amtszeit noch vorhast, denk’ immer dran: Wir können auch anders – und wir wünschten, Du könntest das auch.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.